Ausbildungen und Studien
Ich, Ming Wang, wurde am 5. Nov. 1962 in Taipei (Taiwan, R.O.C.) geboren. Nach dem Abschluss der neunjährigen Pflichtschule (1968-1977) studierte ich von 1977 bis 1982 Malerei an der Fachhochschule Tainan (Fachausbildung für europäische Malerei). Daneben begann ich die traditionellen chinesischen Zupfinstrumente Guzheng und Pipa zu erlernen und war mehrmalige Preisträgerin von Musikwettbewerben der Stadt Tainan sowie von landesweiten Wettbewerben. Nach Abschluss des Malereistudiums studierte ich ab Beginn des Jahres 1982 chinesische Musik an der „Chinese Culture University“ und absolvierte im Jahr 1986 als Bakkalaurea artium. In dieser Zeit trat ich sowohl als Solistin als auch in kammermusikalischen Konzerten auf. Außerdem war ich Mitglied im „Chinesischen Rundfunkorchester für traditionelle chinesische Musik“.
Ab 1986 studierte ich Komposition und Tonsatz bei Prof. Nan-Chang Chien in Taipei. Ab 1989 war ich an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien Studentin bei Prof. Claus Ganter und Prof. Karl Heinz Füssl.1991 bestand ich die erste Diplomprüfung und setzte mein Studium der Komposition bei Prof. Dieter Kaufmann, der Formanalyse bei Prof. Günter Kahowez und der Instrumentation bei Dr. Ertugrul Sevsay fort. 1997 bestand ich mit einstimmiger Auszeichnung und mit dem akademischen Grad Magistra artium die zweite Diplomprüfung. Parallel zu diesem Studiengang absolvierte ich ein Studium für Computermusik und elektronische Medien an der Wiener Musikuniversität und bestand im Jahr 1997 die Abschlussprüfung mit Auszeichnung. Von 1997 bis 2003 studierte ich weiter elektronische Komposition bei Prof. Dieter Kaufmann und bestand 2003 die Abschlussprüfung gleichfalls mit einstimmiger Auszeichnung. Seit 2004 bin ich für ein Doktoratstudium an der Musikuniversität mit Schwerpunkt Musiktheorie und Analyse bei Prof. Dr. Dieter Torkewitz und an der Universität Wien (Institut für Musikwissenschaft) bei Frau Dr. Gerlinde Haas eingeschrieben.
Ich habe an zahlreichen Sommerkursen für Komposition teilgenommen, u.a. in den Jahren 1990, 1996 und 2002 an den „internationalen Ferienkursen für neue Musik“ in Darmstadt, Deutschland, 1998 und 1999 an der „internationalen Sommerakademie impuls“ der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz bei Prof. Beat Furrer.
Kompositorische und musikwissenschaftliche Tätigkeiten
Meine instrumentalen und elektronischen Kompositionen wurden unter anderem bei folgenden Festivals aufgeführt: dem „Festival international d’art acousmatique et des arts de support FUTURA“ (Crest, Frankreich), dem „’97 Keelung International Modern Music Festival“ (Keelung, Taiwan), dem „International Rostrum of Electroacoustic Music“ (Amsterdam, Niederlande), dem „Elektronischen Frühling“, „Wien Modern“, dem „Steirischen Herbst“ und dem „Carinthischen Sommer“ (Österreich), dem „Beijing Modern Music Festival 2013“ (Peking, China), dem „Festivalul Internațional Tintea Muzicală“ (Bukarest, Rumänien) sowie beim Festival „SinusTon“ (Magdeburg, Deutschland).
Die Uraufführung der groß besetzten Kantate „Geschichte von Anping“ für drei Chöre sowie ein chinesisches und ein westliches Orchester fand im Rahmen des Eröffnungskonzerts der „Taipeh Traditional Arts Season 2019“ in der National Concert Hall in Taipeh statt.
Weitere Aufführungen, Rundfunksendungen und CD-Aufnahmen erfolgten in verschiedenen europäischen Ländern, den USA und Taiwan.
Ich arbeite seit Jahren mit renommierten Dirigenten, Solisten und Ensembles zusammen, u.a. mit Dennis Russell Davies, Peter Burwik, Simeon Pironkoff, René Staar, Gottfried Rabl, Alexander Dcar, Roland Freisitzer, Peter Keuschnig, dem Radiosymphonieorchester Wien, dem ensemble xx. jahrhundert, dem Ensemble Wiener Collage, dem Ensemble Dragon (Deutschland), dem Chai Found Music Workshop (Taiwan), dem KOEHNEquartet (Österreich), dem Ensemble die Reihe (Österreich), dem Ensemble Auer´s Flutery (Österreich), dem Soundstreams Ensemble (Kanada), dem Ensemble Reconsil (Österreich), dem Ensemble Kontrapunkte (Österreich), Lyatoshinsky Trio (Ukraine), dem Duo Stump-Linshalm (Österreich) und dem Ensemble Zeitfluss (Österreich).
Seit 2004 stehe ich als Komponistin in ständiger Kooperation mit dem Verlag „Edition HH Limited“ in Oxon, England.
Seit 1989 trat ich vielfach in verschiedenen Ländern sowohl mit musikalischen Darbietungen – insbesondere auf den chinesischen Zupfinstrumenten Guzheng und Pipa – als auch mit musikwissenschaftlichen Vorträgen an die Öffentlichkeit. Auftritte und Vorträge erfolgten unter anderem im Wiener Konzerthaus, im Wiener Musikverein, im Arnold Schönberg Center, an der Universität Wien (Institut für Musikwissenschaft sowie Institut für Ostasienwissenschaften – Sinologie), an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie), an der University of Hong Kong, in der Österreichischen Nationalbibliothek, im Kunstverein „Alte Schmiede“ (Wien), im Museum Rietberg (Zürich), an der Nationalen Universität für Kunst (Taipei) sowie bei internationalen Konferenzen wie:
· Entwicklung und Neuschaffung der traditionellen chinesischen Musik in aller Welt (Taipei),
· Taiwan’s Cultural Diplomacy: A Decade of Intercultural Discovery (2019, Universität Wien),
· Nationale Musik – Frühling und Herbst (2021, Taipei),
· Austrian Composers Day (2024, Musikuniversität Wien).
Wichtige Aufführungen als
Instrumentalistin
Als Interpretin auf den chinesischen Zupfinstrumenten Guzheng und Pipa trat ich unter anderem beim Sori Festival (Jeonju, Südkorea), im Kings Place (London, England), in der Kunst- und
Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland (Bonn), im Wiener Musikverein, im Musiikkitalo – The Helsinki Music Centre sowie im Auditorium von Radio France (Paris, Frankreich)
auf.
Als Solistin wirkte im Jahr 1999 im Rahmen der Wiener Festwochen bei der Aufführungsserie der Oper Marco Polo im Wiener Odeon und 2001 bei „Wien Modern“ in der Opernproduktion Night Banquet im Schloss Schönbrunn mit. 2006 war ich Solistin im Konzert „Herausforderung China“ in der Tonhalle Zürich.
Im Jahr 2025 wirkte ich als Solistin bei der Uraufführung von „Le Livre des Merveilles – Concerto pour Guzheng“ von Tristan Murail im Rahmen des Festival „Présences 2025“ mit, gemeinsam mit dem „Orchestre Philharmonique de Radio France“ und „IRCAM“ unter der Leitung von Matthias Pintscher.
Darüber hinaus war ich regelmäßig in Solo- und Kammermusikabenden mit Uraufführungen zeitgenössischer Komponist:innen zu hören.
Sonstige Tätigkeiten
Ich bin Mitglied von verschiedenen Kunstvereinen und Vereinen Kunstschaffender in Österreich, unter anderem von „AKM“, „austro mechana“, „Österreichische Gesellschaft für elektronische Musik“, „Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik (ÖGZM)“, „Internationale Gesellschaft für neue Musik Österreich (IGNM)“ und „ Austrian Composers Association (ACOM)“. Seit 2014 bin ich Vorstandmitglied von IGNM, seit Sommer 2001 bin ich österreichische Staatsbürgerin.
Im Jahr 2002 gründete ich mit verschiedenen Interpreten, u.a. mit Sylvie Lacroix, Petra Ackermann und Andrew Jezek, die sich auf zeitgenössische Musik spezialisiert haben und sowohl als Solisten als auch als Kammermusiker im In- und Ausland tätig sind, die Musikgruppe „music.lab“ in Wien, in deren Rahmen zeitgenössische und experimentelle Musik in Form von Konzerten, wissenschaftlichen Vorträgen und pädagogischen Projekten einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.
Im September 2023 und 2024 wurde ich eingeladen, am KOFOMI- KomponistInnenforum Mittersill teilzunehmen.
Wichtige interkulturelle Austauschprojekte
Als Künstlerin und Mitglied verschiedener kultureller Vereinigungen engagiere ich mich seit vielen Jahren intensiv für den kulturellen Austausch – insbesondere im Bereich der Musik – zwischen europäischen und taiwanesischen bzw. chinesischen Künstler:innen.
So habe ich österreichischen Musiker:innen mehrfach Besuche und öffentliche Auftritte in Taiwan ermöglicht, wodurch das taiwanesische Publikum die zeitgenössische österreichische Musik und Kultur näher kennenlernen konnte. Umgekehrt vermittelte ich taiwanesischen und chinesischen Musiker:innen Besuche und Auftritte in Österreich – unter anderem im Wiener Konzerthaus, im Kunstverein „Alte Schmiede“, im RadioKulturhaus und im Musikinformationszentrum Austria. Diese Initiativen haben nachhaltige Kooperationen zwischen Künstler:innen beider Kulturkreise angestoßen, die bereits zahlreiche Früchte getragen haben.
In den vergangenen Jahren kam es im Rahmen von Workshops zu einem intensiven geistigen Austausch zwischen Komponist:innen beider Länder. Daraus sind bemerkenswerte neue Werke entstanden, die im April 2000 beim Festival für zeitgenössische Musik „Hörgänge“ im Wiener Konzerthaus mit großem Erfolg uraufgeführt wurden.
Auf meine Initiative hin wurde am 10. September 2005 das Konzert „New Horizon of Sounds“ im Konzerthaus Taipei (Taiwan) realisiert – ein gemeinsames Projekt des ensemble xx. jahrhundert (Wien) und des Chai Found Music Workshop (Taiwan) unter der Leitung von Peter Burwik. Die Aufführung stieß mit über tausend Zuhörer:innen auf große Resonanz.
Von 2018 bis 2021 war ich im Rahmen des künstlerischen Forschungsprojekts „creative (mis)understandings – Methodologies of Inspiration“ an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien tätig.
Im Folgenden finden sich ausgewählte Austauschprojekte, die ich leitete oder an denen ich maßgeblich beteiligt war:
· 2018–2021 – „creative (mis)understandings – Methodologies of Inspiration” (Österreich und Taiwan)
· 2018 – „Seiden, Bambus & Tasten” (Österreich und Taiwan): Zeitgenössische Musik für Cembalo, Akkordeon, Pipa und Dizi (Projektleitung)
· 2016 – „Landscapes in Green and White” (Österreich und Finnland): Zeitgenössische Musik für Zither, Kantele und Guzheng
· 2013 – Konzert im Rahmen des Festivals „NEUE WELTEN 2”: Asia meets Europe meets Asia (Viktring): Mit dem Chai Found Music Workshop und Werken österreichischer Komponist:innen
· 2012 – „Tage der Pipa” (Wien): Multimediales und wissenschaftliches Projekt mit Künstler:innen aus Taiwan und Österreich (Projektleitung)
· 2011 – „East-West-Joint” (Taipei)
· 2010 – „East-West-Joint” (Wien): Multimediales Projekt mit dem Chai Found Music Workshop und dem Ensemble Music. Lab (Wien) (Projektleitung)
· 2005 – „New Horizon of Sounds” (Taipei): Mit dem ensemble xx. jahrhundert (Wien) und dem Chai Found Music Workshop
· 2001 – „Chai Found Music Workshop” – Europatournee (Köln, Wien, Zagreb)
· 2000 – Konzert Dialoge beim Festival „Hörgänge” (Wien): Mit dem Chai Found Music Workshop und neuen Kompositionen österreichischer Komponist:innen
· 1999 – „Seide und Bambus” (Wien): Konzerte und Workshops mit dem Chai Found Music Workshop (Taiwan) und österreichischen Komponist:innen
· 1996 – „Music and Technic” (Taipei): Konzert und Workshop mit dem Arbeitsteam des Instituts für Elektroakustik und experimentelle Musik der Musikhochschule Wien
Preise, Förderungen und Stipendien
· 2024, 2023, 2021, 2017, 2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011 – Arbeitsstipendium des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur
· 2023, 2007, 2005 – Kompositionsförderung der „austro mechana”
· 2018, 2005, 2002 – Staatsstipendium des Bundeskanzleramts der Republik Österreich
· 2013 – Publicity-Preis der „austro mechana”
· 2011, 2012 – Weitere Kompositionsförderungen der „austro mechana”
· 2004 – Würdigungspreis des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur
· 2002 – Förderungspreis der Stadt Wien
· 1998 – Förderpreis für Fortbildung der „austro mechana”
Wichtige Kompositionsaufträge
· 2025 – von „Ambitus – Gruppe für neue Musik” (Wien), der „Internationalen Kammermusikwoche” (Yspertal) und von „Ambitus – Gruppe für neue Musik” in Zusammenarbeit mit dem „Ensemble Reconsil Wien”(Wien)
· 2024 – von der „Österreichischen Gesellschaft für Zeitgenössische Musik (ÖGZM) ” (Wien) und von der renommierten Bratschistin Petra Ackermann (Wien)
· 2022 – von der „SONUS-Kammermusikwerkstatt” (Feistritz ob Bleiburg)
· 2021/22 – im Rahmen des Projekts „creative (mis)understandings”, organisiert von der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Österreich / Taiwan), sowie von der taiwanesischen Pipa-Solistin Wei-Hua Liu (Taiwan)
· 2020 – von „Ambitus – Gruppe für neue Musik” in Zusammenarbeit mit dem „Ensemble Reconsil Wien” (Wien)
· 2019/20 – im Rahmen des Projekts „creative (mis)understandings” unter der Leitung der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Österreich / Taiwan)
· 2019 – vom Ensemble „airborne extended” in Kooperation mit der Sopranistin Cornelia Horak (Athen, Griechenland)
· 2017/18 – vom Ensemble „airborne extended” gemeinsam mit dem Ensemble „Arcantus”, vom „Ensemble Kontrapunkte” sowie vom „Taipei Philharmonic Chorus” in Zusammenarbeit mit dem „Taipei Chinese Orchestra” (Taipei, Taiwan)
· 2016 – von Walter Auer, Soloflötist der Wiener Philharmoniker, vom Duo „Ovocutters” sowie vom „Ensemble Reconsil Wien” (Wien)
· 2015 – von „Expan – Werkstatt für neue Musik” / der „Internationale Gesellschaft für Neue Musik (IGNM)”, vom Verlag „Edition HH Limited” (England) und vom „Taipei Folk Music Orchestra” (Taipei, Taiwan)
· 2014 – von der Musikschule der Stadt Burghausen (Deutschland), von „Expan – Werkstatt für neue Musik” / der „Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) ” (Spittal an der Drau) sowie erneut von Walter Auer (Wien)
· 2013 – vom „Chai Found Music Workshop” (Taipei, Taiwan) und der Musikschule der Stadt Burghausen (Deutschland)
· 2012 – von „Ambitus– Gruppe für neue Musik” in Zusammenarbeit mit dem „Koehne Quartett” (Wien) und vom „Ensemble Reconsil Wien” (Wien)
· 2011 – von „Ambitus – Gruppe für neue Musik” (Wien), dem „ensemble xx. jahrhundert” (Wien) und der Musikschule der Stadt Burghausen (Deutschland)
· 2010 – vom „Chai Found Music Workshop” (Taipei, Taiwan)
· 2009 – von der „Wiener Städtischen Versicherung” / vom Festival „Carinthischer Sommer” für eine Kinderoper (Villach)
· 2008 – vom „Ensemble Dragon” (Deutschland)
· 2007 – von der renommierten Flötistin Sylvie Lacroix (Wien), dem „Klaviertrio Ambitus” (Wien) und dem „Ensemble Wiener Collage” (Wien)
· 2006 – vom „Ensemble ZhengMing” (Köln–Bielefeld–Wien) und dem „Ensemble music.lab” (Wien)
· 2005 – vom “Chai Found Music Workshop” (Taipei, Taiwan) und dem “Ensemble music.lab” (Wien)
· 2004 – von der „Österreichischen Gesellschaft für Zeitgenössische Musik” sowie der „Österreichischen Beamtenversicherung” für das Grabenfest 2004 (Wien)
· 2002 und 2003 – vom Schulprojekt „Musikpalette” (Tulln)
· 1996–1999 – kontinuierliche Kompositionsaufträge vom „Chai Found Music Workshop” (Taipei, Taiwan)
Wichtige pädagogische Projekte
Seit vielen Jahren bin ich aktiv als Pädagogin für chinesische Musik, Komposition und Musiktheorie tätig – sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf Kinder- und Jugendprojekten im schulischen Kontext:
